So entsteht ein Treckerreifen

Fotos: Dr. Eikel

Ein Treckerreifen soll viele Dinge erfüllen. Er soll den Boden auf dem Acker schonen und lange halten. Jeder Hersteller hat dafür eigene Rezepte und Verfahren. Die verrät er aber nicht, damit sie niemand nachmachen kann. 

 

Viele Zutaten:

Ein Schlepperreifen besteht aus bis zu 200 Materialien. Dazu gehört Kautschuk, Ruß, Öl, chemische Stoffe, Metall und Textilfasern. Die Mischungen sind genau ausgetüftelt und wechseln, je nachdem, an welcher Stelle sie im Reifen landen. In der Seitenwand ist zum Beispiel eine andere Zusammensetzung zu finden, als in der Lauffläche oder innen.

 

 

Erst die Vorprodukte

Zuerst werden etliche Vorprodukte hergestellt, die später zum Reifen zusammengesetzt werden. Viele verschiedene Stoffe werden dazu vermischt und erhitzt, platt  gewalzt, gekühlt, eine bestimmte Zeit gelagert und passend geschnitten. So entstehen unterschiedliche Gummibahnen.

 

Gummibahnen entstehen

 

Festes Gummi 

Damit der Reifen fest genug wird, werden zum Teil Textilfäden eingewebt. Bei Auto- und Lkw-Reifen wird dazu oft Stahl genommen. Auch bei Reifen von schweren Erntemaschinen, die hohe Lasten tragen müssen, ist das so. Bei Treckerreifen kommt das seltener vor, weil das Gewebe dann nicht flexibel genug ist. 

 

Gummilagen auf der Wickeltrommel

 

Der Reifen entsteht

Dann entsteht der Reifen-Rohling. Dafür werden nacheinander verschiedene Gummilagen auf eine Wickeltrommel gelegt, die sich dreht. Zuerst kommt die Innenschicht. Dann – je nach Reifentyp – Gummis mit Textil- oder Stahleinlagen. Manche werden komplett aufgelegt, manche nur an den Seiten. Zum Schluss schiebt sich die Trommel zusammen und bläst die Schichten von innen auf.

 

Der Rohling kommt in die "Backform"

 

Fertig zum Backen

Jetzt kommt der Reifen in eine Art Backform. Das ist eine Heizpresse, die mit Hitze und Druck arbeitet. Fachleute nennen das Vulkanisieren oder "Backen". Der Reifen wird gegen die Wände der Form gedrückt und bekommt so seine Form, sein Profil und seine Aufschrift. Dabei verbinden sich die Bestandteile richtig und das Gummi wird elastisch.  

Der fertige Reifen nach dem "Backen"

 

Der fertige Reifen

Nach dem "Backen" hat ist der Reifen nicht mehr glattes Gummi, sondern hat das Profil und das Muster der Backform übernommen. Außerdem sind die einzelnen Gummischichten miteinander verschmolzen. 

Kontrolle des fertigen Reifens

 

 

Intensive Kontrolle

Bevor der Reifen die Fabrik verlässt, prüfen Mitarbeiter und Messgeräte ihn genau. Er wird zum Beispiel auf Schwachstellen geröntgt und es wird getestet, ob er gleichmäßig rund läuft.