Losgelöst von der Erde

Der 15-jährige Moritz aus Warendorf erzählt euch von seinem Hobby, dem Segelfliegen.

 

Seit einem Jahr bin ich Flugschüler bei der Segelfluggruppe Telgte. Bisher bin ich über 60 mal gestartet und auch schon alleine geflogen. Meistens ist aber ein Fluglehrer dabei, der eingreifen kann, wenn ich etwas falsch mache.

Ich fliege

Ruder freigängig, Anschnallgurte und Fallschirm fest, Hauben verriegelt. Was wie Fachchinesisch klingt, ist die normale Checkliste vor jedem Start mit dem Segelflugzeug. Die Warnlampe der Winde blinkt. Jetzt heißt es volle Konzentration.
Langsam spannt sich das Stahlseil, dann ist es stramm und zwei Sekunden später bin ich in der Luft. Ich schaue auf den Höhenmesser: 100 Meter. Bei etwa 350 Meter fällt das Seil aus der Kupplung. Ich fliege

Achtung Landeanflug

Meistens ist der lautlose Flug ein kurzes Vergnügen. Denn nach 5 Minuten bin ich auf eine Höhe von 180 Metern gesunken und beginne mit dem Landeanflug. Der schwierigste Teil. Ich richte mein Flugzeug an der Lande- bahn aus und sinke: 80 Me-
ter, 50 Meter, 20 Meter. Mit einem Ruck setzte ich auf.

Vom Aufwind getragen

Segelfliegen funktioniert ohne Motorkraft. Aufwinde, die sogenannte Thermik, halten das Flugzeug in der Luft. An Tagen mit guter Thermik können geübte Segelflieger bis zu 500km zurücklegen. Das ist fast so weit wie von Münster nach Paris. Der Streckenrekord liegt bei 3009km. Solche Strecken sind bei der Thermik hierzulande allerdings nicht möglich. Dafür muss man nach Südamerika.

In die Luft gezogen

Der Start ist der einzige Augenblick beim Segelflug, bei dem Motorkraft benötigt wird. Ich starte an der Win- de. Die Winde ist ein Lastwagen mit zwei Trommeln, auf denen je ein Stahlseil aufgewickelt ist. Angetrie- ben werden die Trommeln mit einem Dieselmotor. Wenn der Windenfahrer Gas gibt, zieht das Seil das Flugzeug schnell heran. Durch den Gegenwind hebt das Flugzeug ab. Ihr kennt das, wenn ihr einen Drachen steigen lasst. Es gibt auch Starts, bei denen ein Motorflugzeug das Segelflugzeug an einem Seil in den Himmel zieht.