Schiffer – ein Leben auf dem Wasser

Die „MS Geeste“ liegt an einer Anlegestelle im Dortmund-Ems-Kanal in Münster. Das Schiff hat Sojaschrot geladen. Kapitän Adam Zysk und sein Steuermann warten darauf, ihre Ladung bei der Agravis Raiffeisen AG wenige hundert Meter weiter löschen zu können. Löschen ist Seemanssprache und bedeutet ausladen. Acht bis zehn Stunden wird es dauern, die Ladung mit einer Art Bagger vom Schiff zu befördern.

Reederei in Hamburg

Adam Zysk transportiert auf dem Schiff nicht nur Sojaschrot. Manchmal hat er auch Weizen, Raps, Split oder Kohle geladen. Welche Ladung er von wo nach wo bringen soll, sagt ihm ein Mitarbeiter seiner Reederei in Hamburg. Eine Reederei ist ein Schifffahrtsunternehmen. Dem Unternehmen gehört die „MS Geeste“. Adam Zysk und sein Steuermann arbeiten im Auftrag der Reederei.

Vier Wochen am Stück

Immer vier Wochen am Stück hat Kapitän Adam Zysk auf dem Schiff Dienst. Danach hat er zwei Wochen frei. In dieser Zeit fährt er zu seiner Frau und seinen drei Töchtern nach Polen. Vielleicht kommt seine Familie ihn in diesem Sommer während der Ferien besuchen. In den vergangenen Wochen war es dafür jedoch zu heiß auf dem Schiff.

Höchstens 10 km/h

Ist das Schiff beladen, beträgt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit auf dem Kanal 10 km/h. Das ist etwa doppelt so schnell, wie ein Erwachsener zu Fuß geht. „Schon bei dieser Geschwindigkeit braucht das Schiff 300 m bis es zum Stehen kommt“, erklärt Adam Zysk. Eine Bremse gibt es nicht. Um langsamer zu werden, muss der Kapitän die Schiffsschraube stoppen und dann andersherum drehen lassen.

Foto: Rudolpho Duba / pixelio.de