Archäologen – Sie graben Geschichte aus

Dr. Sven Spiong bei der Arbeit. Foto: LWL/ Burgemeister

Es gibt Stadtpläne, auf denen sind nur Kellerumrisse eingezeichnet. Archäologen finden auf solchen Plänen Hinweise, an welchen Stellen der heutigen Stadt es sich lohnt, zu graben. Einer von den Altertumsforschern ist Dr. Sven Spiong, Leiter der Stadtarchäologie Paderborn. Er sucht in Paderborn nach Überresten, die ihm erzählen, wie die Menschen hier im Mittelalter gelebt haben.

Foto: LWL/ Spiong

Erst suchen, dann bauen

Wenn Bauarbeiter in der Altstadt von Paderborn tiefer als 30cm graben, um beispielsweise Kanäle neu zu ziehen, ist auch der Archäologe Spiong mit von der Partie. Ebenso, wenn Gebäude abgerissen werden. Dann besprechen er und die Bauherren, welche Teilbereiche des Grundstücks für Grabungen erhalten bleiben müssen.

 

Foto: LWL/ Burgemeister

Geschichte freilegen

Spiong und seine Mitarbeiter arbeiten mit Spezialwerkzeugen wie Spaten, Kratzer und Pinsel. Damit graben sie zum Beispiel Grundmauern ehemaliger Gebäude aus. Vorsichtig legen sie Erdschicht für Erdschicht frei. Im Jahr 1995 sind sie dabei auf einen alten Steinbruch gestoßen. Das war ein Glücksfall! Die elf freigelegten Schichten lieferten Einblick in die Siedlungsgeschichte.

Nichts geht verloren

Seit 1993 haben Sven Spiong und seine Vorgänger viele tolle Fundstücke ausgegraben. Eine Auswahl davon könnt ihr im Museum sehen. Die übrigen Fundstücke werden sachgerecht in Pappkartons verwahrt. Davor halten die Ausgräber den Fundort in einer Karte fest. Jedes Stück wird maßstabsgetreu zunächst auf Papier gezeichnet und später im Computer bildlich erfasst.

 

Viele Fundstücke könnt ihr euch später im Museum ansehen. Foto: LWL/C. Pluschke